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nach dem Feuer

Mein Schlafzimmer ist verwüstet, verrußt, verqualmt. Die Dachsparren im Vorraum verbrannt.
Die Dachisolierung ist aufgerissen, Dachziegel und Steine liegen kreuz und quer.
in den darunterliegenden Etagen sieht es weniger schlimm aus, aber auch hier ist es verqualmt, nass, schmutzig.
Die Feuerwehrleute haben trotz ihres robusten Löschangriffs meinen Computer in Sicherheit gebracht, sogar Bilder von der Wand genommen.

Es drückt mir die Luft ab, wenn ich im obersten Stockwerk Sachen zusammensuche, um sie reinigen zu lassen. Ich soll  mich da auch nicht lange aufhalten, wegen der Kontamination. Aber auch später, als alles gereinigt und zurückgebaut  ist, der Brandgeruch weniger geworden, stellt es mir immer noch die Luft ab und ich fühle mich bedrückt.






Quarantäne

Am 19.März kam ich zurück, in Portugal war um Mitternacht der Notstand ausgerufen worden. unsere Kanzlerin hielt eine mahnende Rede an das Volk, die habe ich in Lissabon online gehört. Die Schweiz ließ Deutsche nicht mehr einreisen. Nach dem ersten Schreck wurde mir bewusst, dass ich im Euro-Airport ohnehin durch die Tür nach Frankreich gehe, dass diese Grenze noch offen ist. Ich wusste, dass im Elsass das Virus wütet, Krankenhäuser überlastet sind, viel gestorben wird. Bei schönstem Frühling passierte ich, erleichtert, dass ich durchgekommen bin, die menschenleere Landschaft und die Rheinbrücke bei Breisach. Deutsche Bundespolizei wollte meinen Ausweis sehen, fragte nicht, woher ich komme und ließ mich passieren.

Zuhause  begab ich mich freiwillig in Quarantäne. War konsterniert, als gleich zwei Nachbarinnen mir anboten, für mich einkaufen zu gehen. Ich hatte doch gerade ein mittleres Abenteuer bestanden, wieso hielten die mich für hilfsbedürftig? Schließlich habe ich für sie Klopapier organisiert, ich hatte die Zeit dazu.

Ich hatte es in den folgenden Wochen angenehm, fühlte mich gut aufgehoben und sicher in meinem Zuhause, das ich auf Vordermann brachte, noch besser als zuvor. Oft war schönes Wetter und ich lief oder fuhr Fahrrad, allein, das durften wir in B.-W. immer.

Ich bastelte Masken, fing sogar an zu puzzeln.










Apfelernte

Die letzte Ernte in diesem reichhaltigen Obstjahr. Es fing im Juni an mit Unmengen bester Kirschen. Es folgten diverse Pflaumen, Mirabellen und Reineclauden. Die Bäume waren übervoll mit Früchten. Äste brachen reihenweise ab, dazu kam der regenreiche Juli, noch mehr Äste brachen ab, weil die Nässe das Gewicht noch erhöhte, Wind dazukam. und schließlich faulte einiges noch am Baum wegen des vielen Regens.
Wir sind keine Landwirte, wir leben nicht vom Ertrag. Wir hatten von allem mehr als genug.
Und nun nach den Birnen, die beiden uralten Bäume trugen erstmals in vier Jahren mehr als einen Handvoll, die Äpfel, außergewöhnlich groß und aromatisch.
In späteren Jahren kommen hoffentlich noch Quitten hinzu, das junge Bäumchen gibt Grund zur Hoffnung.